UFO/UAP-Akten der USA - Release 05

Am 07. August wurde die fünfte Tranche an UAP-Akten des US-Kriegsministeriums (DOW) freigegeben. Das Release 05 umfasst 41 Dateien, darunter 22 Dokumente (PDF), 16 Videos und 3 Bilder, wie üblich von verschiedenen Behörden. Audiodateien befinden sich diesmal nicht unter den Dateien. Alle Dateien lassen sich wieder herunter laden. Eine gute Übersicht der Bildmedien bietet wie üblich der dvids hub.

Bilder

Die Bilder stammen aus FBI-Dokumenten und beinhalten künstlerische Interpretationen, basierend auf den jeweiligen Zeugenaussagen. Zu allen Bildern liegen Dokumente mit den Beschreibungen der Augenzeugen vor. Die Bilder stellen dreieckige Objekte dar, definiert über Lichter, wie die Zeugen sie wahrgenommen haben, siehe die nachfolgenden Abbildungen.

  

Videos

Wieder sind Militäraufnahmen enthalten, diesmal je mehrere zu einem Ereignis, wie beim Golf von Oman 2021, über dem Pazifik 2019 und im Nahen Osten 2025 (Middle East). Zu sehen sind erneut IR-Aufnahmen, wobei es sich bei einigen Aufnahmen um sekundäre Aufnahmen von einem IR-Sensor handelt, so bspw. Beim Golf von Oman-Vorfall von einem Handy (s. bspw.: DOW-UAP-PR121, Unresolved UAP Report, Gulf of Oman, 2021). Auf diesen Umstand und die damit verbundenen möglichen Probleme wird hingewiesen:

Bei diesem Filmmaterial handelt es sich um eine sekundäre Aufzeichnung, die über ein Mobilgerät von der Anzeige eines Infrarotsensors an Bord eines AC-130J-Kampfhubschraubers der US-Spezialeinheiten aufgenommen wurde. Dieses Filmmaterial entspricht nicht den ursprünglichen Primärsensordaten, und die sekundäre Aufzeichnungsmethode führt zu Einschränkungen hinsichtlich der Wiedergabetreue, der Auflösung und der allgemeinen Bildqualität. Es können Artefakte auftreten, die bei der Aufnahme eines Bildschirms typischerweise auftreten, wie beispielsweise Unschärfe oder Flackern. 

Dieser Vorfall zeigt sowohl ein weißes, als auch schwarzes, punktförmiges Objekt, das vor dem Sensor abrupte Bewegungen ausführt, und teilweise aus dem Sensorbereich hinaus abfliegt bzw. wieder einfliegt, wobei hierbei die Sensorbewegung selber mit berücksichtigt werden muss, dessen Fokus sich auch verändern kann.

Ebenso mehrere Videos gibt es zu einem Vorfall über dem Pazifik 2019, das sehr stark beschnittene Videos zeigt. Man sieht hier nur einen kleineren Ausschnitt mit einem schwarzen kugelförmigen oder leicht ovalen Objekt, das sich nahe der Wasseroberfläche bewegt bzw. auf diese absinkt und dabei auch in das Wasser einzutauchen scheint, was in der Beschreibung als Verlust der „Unterscheidbarkeit gegenüber dem Hintergrund“ bezeichnet wird (s. bspw. DOW-UAP-PR124, Unresolved UAP Report, Pacific Ocean, 2019). Dazu werden auch Videos veröffentlicht, die einen oder mehrere rötliche Lichtpunkte zeigen, durch schlechte Lichtverhältnisse jedoch eine sehr geringe Qualität haben und als vor der Übermittlung digital bearbeitet bezeichnet werden („This media was digitally altered before being reported to AARO“, s. bspw.: DOW-UAP-PR127, Unresolved UAP Report, Pacific Ocean, 2019) Auch hier handelt es sich um sekundäre Aufnahmen, also keine Sensor-Originalaufnahmen:

Bei diesem Filmmaterial handelt es sich um eine Sekundäraufnahme, die mit einem tragbaren Aufnahmegerät von der Anzeige eines Infrarotsensors an Bord einer Plattform des US-Militärs aufgezeichnet wurde. Dieses Filmmaterial stellt keine ursprünglichen Primärsensordaten dar, und die Sekundäraufnahme führt zu Einschränkungen hinsichtlich der Wiedergabetreue, der Auflösung und der allgemeinen Bildqualität. Es können Artefakte auftreten, die bei der Aufnahme eines Bildschirms typischerweise auftreten, wie beispielsweise Unschärfe oder Flackern.

Hierbei handelt es sich offenbar um den USS Omaha Vorfall mit einem „Transmedium“-Objekt, der 2021 von Jeremy Corbell veröffentlicht wurde (s. Diskussion dazu auf Metabunk).

Weitere Videos zeigen verschiedene Ereignisse über dem nahen Osten sowie den westlichen Vereinigten Staaten und zeigen kleinere helle oder dunkle Objekte, teilweise über Land.

Wie gewohnt sind Metadaten in den Aufnahmen geschwärzt, allerdings lassen sich Aufnahmen über Land anhand von Landmarken ggf. identifizieren. So dürfte das Ereignis „Middle East, 2025“ über Baghdad aufgenommen worden sein (DOW-UAP-PR134, Unresolved UAP Report, Middle East, 2025).

Screenshots aus einigen Videos:

 

Dokumente

Die Dokumente entstammen wieder verschiedenen US-Bundesbehörden und umfassen wie bisher historische als auch neuere Dokumente, letztere auch zu aktuelleren Sichtungen, darunter auch künstlerische Interpretationen zur Illustration von Sichtungen. Einige der Dokumente sind wieder als „Featured“ der Liste vorangestellt. Darunter ein Akte aus 1953, die sich der Analyse der UFO-Filme Montana (1950) und Utah (1952) widmet. In der vorläufigen Schlussfolgerung wird festgestellt, dass die in den Filmen abgebildeten Objekte Merkmale aufwiesen, die nicht mit denen natürlicher Phänomene oder allgemein bekannter Technologien übereinstimmten. Dabei wird aber auch auf Limitationen hingewiesen (DOW-UAP-D098, Film Analysis of Unidentified Objects, 1953). Weitere Featured-Dokumente widmen sich einem halbtransparenten dunklen Dreieck (FBI-UAP-D027, Digital Rendering, “Dark Translucent Triangle,” 2023) oder mehreren roten Lichtern (bspw. FBI-UAP-D039, Digital Rendering 2, “Multiple Red Lights,” 2026; FBI-UAP-D041, Digital Rendering 1, “Multiple Red Lights,” 2026).

Ein Dokument diskutiert einen Vorfall bei Puerto Rico 1964, dokumentiert über eine visuelle Pilotenbeobachtung und Radarregistrierung. Ausgeschlossen werden hierbei eigene Flugzeuge, jedoch ausländische Aktivitäten angenommen (CIA-UAP-D022, Unidentified Flying Object Reported near Puerto Rico, 1965). Eine Intelligence Review von 1947 befasst sich mit den „Ghost Rockets“ über Skandinavien, einigen Vorfällen und der Betrachtung der schwedischen Haltung in der Öffentlichkeit, die sich mit der Zeit wandelte, weg von der Betonung möglicher sowjetischer Raketentests, hin zu diversen „himmlischen“ Ursprüngen, auch um diplomatische Konflikte mit der Sowjetunion zu vermeiden (DOW-UAP-D099, Intelligence Review of “Ghost Rocket” Incidents, 1947).

Eine größere Datei beinhalt eine große Sammlung an Schriftstücken zum Projekt Sign aus dem Jahr 1948. Dabei werden einige der dort eingegangenen Berichte als Hinweise auf „echte“ Objekte charakterisiert und nicht als Erfindungen oder als Folge von Wahrnehmungsfehlern. Die gemeldeten Eigenschaften der Phänomene sollen bekannte Leistungsgrenzen von US-Militärflugzeugen überschreiten und somit eine potenzielle Bedrohung für die nationale Sicherheit darstellen, sollten sie sich bestätigen. Nachfolgende Untersuchungen des Air Materiel Command bestätigten grundsätzlich die Beobachtungen im Allgemeinen, weisen jedoch auch auf die Grenzen persönlicher Erfahrungen hin. So konnten sehr viele der gemeldeten Objekte mit rundlicher Erscheinung als wissenschaftliche Höhenballons identifiziert werden, ebenso wurden astronomische Himmelskörper als Ursache ausgemacht. Lediglich für eine kleine Anzahl von Meldungen gäbe es keine plausible alltägliche Erklärung, zu denen jedoch keine physischen Beweise vorliegen. Ebenso gab es damals keine Beweise, die auf außerirdische Fahrzeuge hinweisen würden (DOW-UAP-D100, Air Materiel Command Report on Unidentified Flying Objects, 1947-1948). Die damaligen Feststellungen zeigen im Wesentlichen das, was auch in den zuletzt veröffentlichten UAP-Berichten der US-Regierung festgestellt wurde und auch die Erfahrungen der langjährigen privaten UFO-Forschung in der Falluntersuchung decken sich damit.

Ein Vorfall aus Brasilien aus dem Jahr 1963 ist Teil einiger Dokumente mit einem Schriftwechsel mit der dortigen Botschaft. Darin wird ein angeblich abgestürzter metallischer Ballon mit einem toten Besatzungsmitglied in einer Uniform mit seltsamen Markierungen erwähnt. Abgesehen von einem dort beobachteten Wetterballon wird die Geschichte als Erfindung eingestuft (DOS-UAP-D001, Diplomatic Cable, Brazil, November 14, 1963).

Die FBI-Dokumente beinhalten Beschreibungen neuerer Sichtungen von Regierungs- bzw. Armeeangehörigen, darunter auch Piloten. Beschrieben werden weiße oder rote Lichter sowie dunkle Dreiecke am Himmel. Die Dokumente beschreiben zum Teil mehrere, voneinander unabhängige Beobachtungen. Die Dokumente sind in Teilen geschwärzt, die wichtigsten Angaben lassen sich aber entnehmen. Vereinzelt werden Fotos oder Videos erwähnt, die sich aber derzeit nicht in den Akten finden, dafür jedoch künstlerische Rekonstruktionen der Beschreibungen („Digital Rendering“). Die beobachteten Objekte sind überwiegend geräuschlos, einmal wird ein pulsierendes Geräusch erwähnt (FBI-UAP-D028, FD-302, “Dark Triangle with Lights,” 2011). Häufig werden die Dreiecke als halbtransparent oder -durchsichtig beschrieben oder mit einem verschwimmenden Effekt um das Objekt. Eine Beschreibung mehrerer einzelner Lichter in einer Reihe erinnert an den berühmten Starlink-Zug am Himmel (FBI-UAP-D024, FD-302, “Airborne Lights and Triangle,” 2002, 2023-2024).

In zwei Dokumenten wird ein Vorfall mit einer abweichenden Zeitangabe auf einer Uhr nach der Beobachtung beschrieben. Dem Bericht zufolge stellte ein Zeuge fest, dass seine Automatik Analoguhr nach der Sichtung 25 Minuten vorging. Die Person gab an, die Uhr während der Begegnung im Auge behalten zu haben und zuvor kein Problem bemerkt zu haben. Die Digitaluhr des Begleiters zeigte dem Bericht zufolge die korrekte Zeit an, ebenso wie eine Uhr im Armaturenbrett eines Fahrzeugs und die Mobiltelefone (FBI-UAP-D037, FD-302, “Multiple Red Lights,” 2026):

Zu diesem Zeitpunkt stellte XXX den Filter an seinen NODs so ein, dass er auf seine Uhr schauen konnte, die etwa 1:00 Uhr morgens anzeigte (Schätzung aus dem Gedächtnis). XXX trug eine analoge Herren-Automatikuhr. XXX ging zurück zum Fahrzeug, um auf sein Handy zu schauen, das 00:40 Uhr anzeigte. XXX bemerkte die Abweichung, verglich die auf seiner Uhr angezeigte Uhrzeit mit der auf seinem Handy angezeigten Uhrzeit und stellte fest, dass die Uhrzeit auf seiner Uhr 25 Minuten vor der Uhrzeit auf seinem Handy und der Digitaluhr des Fahrzeugs lag. XXX teilte die Abweichung XXX mit, dessen Digitaluhr dieselbe Uhrzeit anzeigte wie die Handys und die Uhr im Fahrzeug.

Die Abweichung bezieht sich also auf ein einziges analoges Gerät. Ein Artikel auf IBT UK ordnet das richtig rein. Bestätigende technische Daten werden nicht öffentlich angeführt, ebenso wenig wie eine forensische Untersuchung der Uhr oder unabhängige Zeitaufzeichnungen. Ohne diese Grundlagen lässt sich nicht feststellen, ob die Abweichung auf einen mechanischen Defekt, eine fehlerhafte Erinnerung, Umgebungsstörungen oder etwas ganz anderes zurückzuführen ist. 

Einige Auszüge aus den Dokumenten:

 

Fazit

Release 05 setzt die Tradition der vorangegangene Releases fort, mit historischen Einblicken in frühere Aktivitäten und Projekte, aktuelleren Ereignissen und weiteren IR-Videoaufnahmen aus militärischen Sensoren. Die Videos zeigen teils ähnliche Objekte wie frühere Aufnahmen, darunter auch zum bereits bekannten Transmediumobjekt bei der USS Omaha. Wie immer sind die Hinweise zur zurückhaltenden Beurteilung wichtig, insbesondere auch zu den Limitationen der hier enthaltenen Sekundäraufnahmen von IR-Sensoren. Das gilt auch für die diversen Zeugenbeschreibungen, die hier lediglich deren Wahrnehmung beschreiben, ohne eine fundierte Untersuchung und Beurteilung. Das gilt vor allem auch für die vielfach beschriebenen „dunklen Dreiecke“, die neben „glühenden Orbs“ aktuell in der Diskussion stark trenden. Hier vermisse ich eine grundsätzliche Diskussion aus Wahrnehmungssicht, unter Einbeziehung der Gestaltgesetze der Wahrnehmung und der Illusion der so genannten Scheinkonturen. Das muss solche Berichte nicht zwangsläufig alle erklären, sollte aber Bestandteil der wissenschaftlichen Diskussion sein. Als problematisch halte ich auch die nachträglichen, künstlerischen Reproduktionen von Sichtungen anzusehen, die einen idealisierten und interpretativen Eindruck vermitteln, der in Folge häufig als tatsächliche Darstellung Einzug in die Diskussion hält.

   

Links:
→ Webseite des US-Kriegsministeriums mit den UAP-Dokumenten aus der fünften Tranche
→ Webseite des DVIDS - Defense Visual Information Distribution Service Hub
→ Diskussionsthread zum fünften Release des DOW auf Metabunk
→ Artikel auf IBTimes UK zum angeblichen Zeitverzug nach einer Beobachtung

Weiteres:
→ Blogbeitrag zum Release 04
→ Blogbeitrag zum Release 03
→ Blogbeitrag zum Release 02
→ Blogbeitrag zum Release 01

  

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